Singapur – Champion der digitalen Transformation

Singapur – Champion der digitalen Transformation

Singapur ist ein Champion der digitalen Transformation. Der asiatische Stadtstaat begreift sich als Smart Nation und hat sich vollkommen der erfolgreichen Digitalisierung für Bürger, den Staat und die Unternehmen verschrieben. Doch was sind die Erfolgsfaktoren Singapurs?

Welcome in the „living lab“ Singapur

Singapur ist eine Stadt der ständigen Veränderung.

Lieferung vom Roboter Jena

Ein Jahr nach meinem letzten Aufenthalt gab es schon wieder etwas neues zu entdecken. Ob der Roboter Jena (sic!), der mich im Hotel Jen begrüßte, oder eine Teilstrecke des autonomen Busverkehrs – Innovation wird in Singapur groß geschrieben. Es gibt kein ständiges Buzzword-Bingo, sondern ein „living lab“, um neue Ideen und Lösungen mit globalem Potenzial zu testen. Singapur ist für die digitale Wirtschaft und Verwaltung ein dynamisches und technologisches Start-up-Ökosystem.

 

In einer dreiteiligen Serie erkläre ich die Vorstellungen zum Digital Government, die Nutzung von Big Data und AI sowie konkrete Anwendungsbereiche.

Was ist die Smart Nation Initiative Singapurs?

Singapur hat Handlungsdruck: Platzmangel, Bevölkerungsdichte, alternde Einwohner und die stagnierende nationale Geburtenrate. So startete man 2014 die Smart Nation Initiative mit dem Anspruch, die technologische Möglichkeiten voll zu nutzen, um das Leben der Bürger zu verbessern. In fünf Schlüsselbereichen konzentriert man sich auf eine schnelle Anwendung:

  • Transport,
  • Smart Home,
  • Produktivität der Wirtschaft,
  • Gesundheit und Altern
  • Digital Government.

Die Technologie und die Anwendungen werden vom privaten Sektor entwickelt, während die Regierung Infrastruktur bereitstellt und Innovation durch Politik und Gesetzgebung fördert. Doch wie versteht Singapur digitale Regierungsarbeit und Verwaltung?

Die Erfolgs-Formel für Digital Government: 2-3-6-6

Die Erfolgsformel Singapurs für Digital Government lautet: 2 Prinzipien - 3 Stakeholder - 6 Ergebnisse und 6 Strategien Klick um zu Tweeten Das ist ihr Digital Government Blueprint.

Singapur Digital Government Strategie

Zwei Prinzipien leiten Singapurs Anstrengung bei E-Government und digitaler Verwaltung. Sie dienen als Maßstab für alle Maßnahmen, welche die Regierung bei digitalen Vorgängen unternimmt.

1. Prinzip: Singapur ist eine digitale Regierung, die Daten, Konnektivität und IT nutzt, um Geschäftsprozesse neu zu gestalten, die Technologieinfrastruktur umzubauen und die Dienstleistungen für Bürger, Unternehmen und öffentliche Bedienstete zu verbessern.

2. Prinzip: Singapur ist eine digitale Regierung, die Verwaltungsprozesse soweit wie möglich automatisiert, um es für Bürger schneller, konkreter und transparenter zu machen.

Die digitalen Regierungsanstrengungen richten sich an die drei wesentliche Stakeholder Bürger, Unternehmen und Angestellte der Verwaltung und zielen auf sechs wesentliche Ergebnisse ab:

  • Easy-to-use (anytime, anywhere, on any device)
  • Nahtlose digitale Nutzung (für den Bürger vom Start bis zum Ende papier- und präsenzlos)
  • Sicher und zuverlässig
  • Relevant (Dienstleistung werden vom Bürger aus gedacht)
  • Digitale Arbeitsplätze (mit Zugang zu Daten, Technologien und Kollaboration in der öffentliche Verwaltung)
  • Digitale Mitarbeiter (mit grundlegender digitaler Kompetenz und Ausbildung in der Verwaltung)

Auf dieser Grundlage erreicht Singapur eine digitale Verwaltung, die 6 Strategien verfolgt:

  1. Integration von Dienstleistungen rund um die Bedürfnisse von Bürgern und Unternehmen
  2. Stärkung der Verbindung zwischen Politik und Technologie
  3. Aufbau gemeinsamer digitaler Datenplattformen
  4. Zuverlässige, widerstandsfähige und sichere Digital-Systeme
  5. Erhöhung unserer digitalen Fähigkeiten, um Innovationen voranzutreiben
  6. Co-Kreation mit Bürgern und Unternehmen und Erleichterung der Einführung von neuen Technologien

Dem Bürger und den Unternehmen ergeben sich komplette Digitaloptionen durch ein elektronisches Bezahlsystem und der Möglichkeit, mit einer digitalen Unterschriften 100% der Verwaltungsdienstleistungen digital zu nutzen.

„Public sector is one big data space“

Gerade der Co-Kreations-Ansatz hilft die Transformation zu beschleunigen. Beispielsweise bietet Singapur ausgewählte öffentliche Daten über ein Open Data-Portal an, auf denen Entwickler neue, innovative Ideen entwickeln können. Bisher wurden mehr als 100 Apps mit diesen offenen Daten erstellt. Zudem nutzen sie für politische Planungs- und Entscheidungsprozesse, bspw. um mithilfe von hochfrequenten Big Data (Stromverbrauch, öffentlicher Verkehr, Online-Jobs und andere städtische Datenquellen) neue Indikatoren für die Wirtschafts- und Stadtplanung zu finden. Dies kann die Verwendung von Daten zur Personendichte umfassen, um zu verstehen, wie Menschen zu wichtigen sozialen Einrichtungen pendeln; Nutzung von Verkehrsdaten und Verkehrsmodellierung zur Entlastung von Staus und Bereitstellung alternativer öffentlicher Verkehrsmittel für ein Car-Light-Singapur; oder veränderte Stromnutzung und deren Spitzenauslastungszeiten in bestimmten Regionen zu ermitteln, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Gespräch mit Digitalminister Dr. Puthucheary

Janil Puthucheary, Digitalminister Singapurs, beschreibt die Herangehensweise sehr simpel: „Public sector is one big data space“ Klick um zu Tweeten Basierend auf deren Analyse kann man den Bürgern konkrete Dienstleistungen entwickeln. Man sollte aber es von Beginn an als „private sector opportunities“ sehen, um neuartige Lösungen schneller zu finden.

Im nächsten Blogpost geht es um die Anwendung von Big Data und AI, um Digital Government zu verbessern.

TED Talk Video: How digital is transforming politics and campaigns

TED Talk Video: How digital is transforming politics and campaigns

How politics is changing through digitalization? Concerns of big data, privacy issues or microtargeting is making headlines and some might wonder, is digital strengthening politics and engagement, or is it weakening the democratic process.

In my talk at TED Jena I present the good, the bad and the ugly of digital in campaigns and politics.

It was held at the University of Jena, in October 2017. Please find the complete event here.

 

Trendstudie: Social Media WM der Fußballnationalmannschaften

Trendstudie: Social Media WM der Fußballnationalmannschaften

Wer ist das beste Team in Social Media und verdient den digitalen Weltmeistertitel? Tun sich die kleinen Mannschaften mit viel Engagement vor oder dominieren die großen Fußballnationen mit ihrer Fanschar? Ist Brasilien vorne, der deutsche Weltmeister oder wer gewinnt die Social Media WM?

In der Hochgeschwindigkeit des Internet-Zeitalters ist es wie auf dem Fußballplatz. Kommunikation, Vernetzung und Effizienz sind digital gefragt: Inhaltliche Reaktionen erfolgen in Echtzeit, Spiele und Veranstaltungen werden live gestreamt, Kommentierungen geschehen in kurzen Videobeiträgen und Fans folgen ihren Stars auf unterschiedlichen Social-Media-Kanälen. Die digitale Kommunikation hat zugenommen und die Vielzahl der Kanäle auch.

Anhand von fünf Performance-Indikatoren ermittelt die Studie den Social Media Weltmeister und wagt einen Blick auf die kommende Fußball-Weltmeisterschaft durch den digitalen Fokus.

Die Fakten zeigen, wie wichtig auch die digitale Performance der Nationalteams ist:

Gesamtanzahl der Follower und Fans des DFB-Teams: fast 11,6 Mio. Follower und Fans

Gesamtanzahl der Beiträge des DFB-Teams zwischen 1. Jan. und 25. Mai 2018: 1.012

Gesamtreichweite des DFB-Teams: über 8 Mio. Reaktionen, Likes, Kommentare, Gefällt mir und Retweets

Team mit den meisten Followern und Fans: Brasilien mit 18,8 Mio.

Team mit den meisten Beiträgen und Posts: Uruguay mit 5.538 Beiträgen

Team mit der größten Reichweite: Frankreich mit 13,3 Mio. Reaktionen, Likes, Gefällt mir und Retweets

Team mit der besten Engagementrate: Serbien mit 8,05%

Deutschland nach Revanche im Achtelfinale raus – Wer wird neuer Weltmeister?

 

Die Spiele werden im sog. „Shootout“ Format ausgetragen. D.h. die jeweiligen Indikatoren der Mannschaften werden gegeneinander im direkten Vergleich ausgespielt und pro höherem Indikator ein Tor vergeben. In der regulären Spielzeit sind so vier Tore zu vergeben (vier Indikatoren) und entscheiden das Spiel.

Deutschland wird in seiner Gruppe leider nur Zweiter. Den Mexikanern gelangen mit ihrer hohen Fananzahl (18 zu 11 Mio.) und der hohen Anzahl an Posts (4.728 zu 1.012) schnell zwei Tore, welche das DFB-Team nur durch eine höhere Engagementrate und eine bessere Gesamtreichweite (8 zu 6,9 Mio.) auszugleichen wusste. Gegen die nominell schwächeren Südkoreaner führte das deutsche Team durch eine hohe Fananzahl (18 zu 795.000) und die Reichweite (8 Mio. zu 907.000). Allerdings gab Südkorea mehr digitale Schüsse ab (1.283-1.012) und erhielt eine höhere Engagementrate (0,93 zu 1,59). Nur ein deutlicher Sieg gegen Schweden steht zu Buche, der die deutsche Mannschaft ins Achtefinale führt.

Im Achtelfinale der Social Media WM gelang den Brasilianern die Revanche gegen den deutschen Fußballweltmeister. Die Treffer erzielten die Anzahl der Fans (18 zu 11 Mio.), die Anzahl der Posts (3.339 zu 1.012) und die höhere Gesamtreichweite (8,8 zu 8 Mio.). Nur beim Engagement der Fans lag das DFB-Team vorne. Dadurch schied der Weltmeister bereits im Achtelfinale aus.

Wer wird neuer Weltmeister? Mehr dazu in der kostenlosen Studie:

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Trendstudie: Die „digitale“ Mannschaft –  Social Media Performance der Nationalspieler

Trendstudie: Die „digitale“ Mannschaft – Social Media Performance der Nationalspieler

Die Fußball WM in Russland 2018 steht vor der Tür und an jedem Stammtisch oder in jeder Tipprunde streiten Hobby-Bundestrainer über die richtige Aufstellung der Fußballnationalmannschaft. Die alten Fußballweisheiten lauten: Ein Spiel dauert 90 Minuten. Und elf Freunde müsst ihr sein. Doch was heißt das im Zeitalter der Digitalisierung für die Nationalspieler?

Facebook, Twitter und Instagram tragen zur globalen Verbreitung und Bekanntheit von Mannschaften und Fußballern bei. Spieler werden zu digitalen Solisten, indem sie sich und ihre Aktionen darstellen. In der digitalen Welt der Tweets, Follower und der Reichweiten gewinnen die Fußballer Bedeutung über die Aktionen auf dem Platz hinaus.

Wen muss Jogi Löw aufstellen?

Antworten gibt die Quadriga Trendstudie für die „digitale“ Mannschaft auf über 40 Seiten, indem sie die Social Media Performance der deutschen Fußballnationalspieler auf den drei wichtigsten Plattformen Facebook, Twitter und Instagram analysiert. In der digitalen Kommunikation streben Akteure nach vier wesentlichen Erfolgsfunktionen, die ein Mehr an auffindbaren Informationen schaffen, erste passive Teilhabe durch Likes erlauben, die Vernetzung mit den Fans vertiefen und die direkte Mobilisierung der Fans ermöglichen. Anhand dieser vier Erfolgsfunktion sowie deren Indikatoren kann man die digitale Performance der deutschen Nationalspieler messen.

Die beste Gesamtperformance über die drei betrachteten Kanäle Facebook, Instagram und Twitter konnte Marc-André ter Stegen erbringen. Trotz einer vergleichsweise kleineren Fanbasis bei Facebook, Instagram und Twitter als Özil oder Kroos kann er durch hohes Engagement und beliebte Beiträge punkten. Er erreicht sowohl auf Facebook als auch Twitter die beste Platzierung und muss nur auf dem Kanal Instagram seinem Teamkollegen Mesut Özil den Vortritt lassen.

Özil überzeugt gemeinsam mit Toni Kroos an Position zwei und drei vor allem durch eine große Anhängerschaft und regelmäßige Beiträge. Jedoch trüben eher niedrige Engagementraten die Performance. Dagegen überzeugt Leroy Sané besonders auf den Kanälen Facebook und Instagram, wo es ihm gelingt, mit kreativen Beiträgen hohe Engagementraten zu erzielen. Kommunikativ, informationsfreudig und mit den meisten digitalen „Schüssen“ fallen drei Bayernspieler auf: Thomas Müller verfasste auf Facebook, Jerome Boateng auf Instagram und Mats Hummels auf Twitter die meisten Beiträge.

Fakten zur Digitalen Performance

Die Fakten zeigen, wie wichtig auch die digitale Performance der Nationalkicker ist:

Gesamtanzahl der Follower und Fans des DFB-Teams: fast 240 Mio. Follower und Fans

Gesamtanzahl der Beiträge zwischen 1. Jan. und 25. Mai 2018: 2.692

Gesamtreichweite des DFB-Teams: über 166 Mio. Reaktionen, Likes, Gefällt mir und Retweets

Spieler mit den meisten Followern und Fans: Mesut Özil mit 70,7 Mio.

Spieler mit den meisten Beiträgen und Posts: Thomas Müller mit 325 Beiträgen

Spieler mit der größten Reichweite: Mesut Özil mit 45 Mio. Reaktionen, Likes, Gefällt mir und Retweets

Spieler mit der besten Engagementrate: Leroy Sané

 


Ausschlaggebend für eine aussichtsreiche Gesamtperformance ist die Nutzung aller relevanten Kanäle. Leider ist dies nicht durchgängig für alle Spieler zu erkennen. Besonders der Journalisten- und Elitenkanal Twitter wird gleich von sechs DFB Spielern gemieden. Die große Heterogenität in der Gesamtperformance schlägt sich auf die einzelnen Werbewerte der Profile nieder. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf digitale Public Affairs und Marketing für den medial wichtigsten Markt des kommenden Monats ziehen!

Kontakt zu den Autoren unter: mario.voigt@quadriga-media.com

Die Studie ist kostenlos verfügbar:

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Zahl der Woche: 90% der Onliner nutzen Social Media

Zahl der Woche: 90% der Onliner nutzen Social Media

Der Social Media Atlas 2017/18 bringt neue Erkenntnisse zu Tage, die manche Intuition stützen. Mittlerweile nutzt jeder Onliner im Alter von 14-19 Jahren und 85% der Silver Surfer (über 60) Social Media. Insgesamt sind von 10 Onlinern ganze 9 auf Social Media unterwegs

Außerdem wird ein Nutzerwandel auf der beliebten Plattform Facebook beschrieben. „Facebook vergreist“ wird getitelt, da die 14 bis 19-Jährigen lediglich zu 61% auf Facebook unterwegs sind. Währenddessen die Beliebtheit bei den Silver Surfern um 23 Prozentpunkte steigt.

Treffender ist allerdings die Einschätzung, dass sich das Nutzeralter insgesamt durch eine erhöhte Beliebtheit, dem Online-Nutzerdurchschnitt anpasst. Faktisch verliert Facebook tatsächlich an Beliebtheit bei den Jüngeren, die aber sowieso eine kleine Nutzergruppe darstellen. Bei allen anderen Nutzergruppen steigt die Beliebtheit allerdings erheblich. Facebook bleibt damit bei den über 50-jährigen das beliebteste Soziale Netzwerk. Während sich die Teenager zu 98% auf WhatsApp, 84% auf Instagram und 82% auf Snapchat tummeln, spricht man alle anderen Zielgruppen immer noch sehr gut auf Facebook an.

Aufgrund seiner sehr detaillierten Targetingmöglichkeiten, der größten Reichweite und seiner verschiedenartigen Formatangebote, ist Facebook für digitale Kampagnen die vielfältigste Social Media-Plattform. Der Kampf um Aufmerksamkeit ist aufgrund des hohen Grundrauschen dennoch enorm. Auch aufgrund der Tatsache, dass die organische Reichweite förmlich tot ist, muss auf Paid Media zurückgegriffen werden.

Alternativ lässt sich mit Kreativität eine hohe Netzwerk- und Integrationsfunktion erreichen. Visueller Content in Form von Videos, Sharepics sowie eigene Beiträge mit Kommentierungen und anschließendem Monitoring sind daher unerlässlich, auch um einen Rückkanal von Kampagnen zu schaffen.

Kontroverse Themen, aktivierende Botschaften und Content mit hoher Share-ability befördert zudem die Reichweite.

Video-Interview about Digital Transformation at Digital Future Talk

Video-Interview about Digital Transformation at Digital Future Talk

Ein kurzes Video-Interview anlässlich meiner Keynote-Rede beim Digital Future Talk in Kambodscha.

 

Das nationale Fernsehen in Kambodscha interviewte mich zu Fragen von Digitaler Transformation, Engagement und auch zu Facebook.

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